Schon um 5:00 Uhr morgens holte uns der Bus ab und machte sich auf den Weg in die Steiermark. Unser Ziel war Vorau, wo wir im „Kutscherwirt“
unsere Zimmer bezogen für die nächsten 3 Tage. Zuvor führte uns aber unsere erste Etappe nach Eisenerz zum Erzberg. Hier erwartete uns der „Hauly“ – das größte Taxi der Welt. Über eine Eisentreppe konnten wir das Monsterfahrzeug besteigen.
Nachdem jeder angeschnallt war, ging die holprige Fahrt los über die Trassen des Erzbergs. Dabei wurde uns genau erklärt, wie der Erzabbau von statten geht. Eine imposante Fahrt über ein imposantes Gelände, das man nicht jeden Tag erlebt. Danach gings weiter durch die „Waldheimat“ von Peter Rossegger – über Alpl – nach Vorau. Ein Backhendl Buffet am Abend stillte unseren Hunger. Müde und voller Eindrücke endete so der erste Tag.
Am nächsten Tag stand als erstes die Besichtigung des Augustiner Chorherrenstiftes Vorau auf dem Programm. Das Stift feierte 1960 sein 800jähriges Gründungsjahr. Als 1458 von Osten vermehrt Türkenangriffe erfolgten wurde das Stift zu einer wehrhaften Klosterburg umgebaut. Um Kloster und Kirche wurde ein tiefer Wassergraben ausgehoben, sowie eine hohe Wehrmauer gebaut und zur alten Prälatur eine Zugbrücke errichtet.
Es beherbergt eine wunderschöne barocke Basilika, deren Ursprung bereits im Jahre 1237 gelegt wurde, nachdem die vorherige Kirche abgebrannt war. Nach mehreren Umbauten erhielt sie ab 1700 ihr heutiges Hochbarockes Aussehen.
Die gesamte Basilika wurde mit vielen Fresken versehen, die alle ein Gefühl von Tiefen und Kanten vermitteln – illusorische Fenster, Simse und Stuckarbeiten. Besondere Schmuckstücke sind die 1706 entstandene Kanzel und er 1701 – 1704 ausgeführte Hochaltar, der die Himmelfahrt Mariens darstellt. Besonders in der Sakristei sind heute noch die wunderschön erhalten Fresken erhalten rund um das Thema des „Jüngsten Gerichts“. Eine Besonderheit – auf einer Seite wurde der Höllensturz der Verdammten dargestellt - die Bestrafung der Laster, insbesondere der sieben Hauptsünden, durch diverse Teufel und Folterknechte.
Ein weiteres Schmuckstück ist die Vorauer Stiftsbibliothek mit 40.000 Bänden zu denen 415 Handschriften, 179 Inkunabeln und 82 Frühdrucke zählen. Ein Juwel unter den Handschriften stellt das Vorauer Evangeliar aus dem letzten Viertel des 12. Jh. dar. Ebenso die „Vorauer Volksbibel“ – entstanden 1467, eine christliche Bibel in bayrisch-österr. Mundart, versehen mit 559 kolorierten Federzeichnungen, die aufgenommen wurde in das österr. UNESCO Kulturerbe.
Anschließend fuhren wir weiter – Richtung Riegersburg über die Route 66. Eigentlich sollten wir dort eine Führung haben in der Ölmühle Fandler, aber die Aussicht auf den gleichzeitigen Besuch von 200 Chinesen veranlasste uns kurzfristig das Ziel zu wechseln und so landeten wir in einer alteingesessenen – kleinen, aber feinen – Ölmühle am Fuße der Riegersburg – der Berghofer-Mühle. Diese Mühle wurde bereits im 12. Jhd. Urkundlich erwähnt. 1845 kam die Mühle in den Besitz von Johann Berghofer und wird heute bereits in 6. Generation fortgeführt. Hier konnten wir tatsächlich den Prozess der Ölgewinnung in einer kleinen Gruppe mit einer alten traditionellen Mühle betrachten und sehen, wie seit Generationen Öl aus Kürbiskernen gepresst wurde.
Wir waren alle hungrig und freuten uns deshalb um so mehr, auf eine deftige Jause im Buschenschank Bernhart mit einem herrlichen Blick direkt auf die Riegersburg. Frisch gestärkt ging es dann noch zur Manufaktur Gölles. Nach einer ausführlichen Verkostung der verschiedenen Essigsorten, deckte sich jeder ein mit Apfel-Balsamico und anderen Spezialitäten des Hauses.
Der Samstag führte uns zuerst zum eigentlichen Zweck unserer Fahrt – zur Österr. Krippenwahlfahrt nach Pöllau in den „steirischen Petersdom“. Hier trafen sich wieder einmal begeisterte Krippeler aus ganz Österreich zu einem gemeinsamen Gottesdienst und anschließendem Erfahrungsaustausch. Eine kleine Ausstellung der neuen Krippenschule Steiermark vermittelte uns die Bauweise unserer steirischen Krippenfreunde. Nach dem gemeinsam eingenommenen Mittagsessen im Freskensaal von Schloss Pöllau führte uns die Fahrt weiter nach Graz. Eine kleine informative Stadtführung mit Besichtigung der Grazer Basilika und mehreren kleinen Innenhöfen, konnten wir noch das Grazer Ambiente genießen – gab es doch an diesem Wochenende das „Aufsteirer“ Festival, wo sich tausende begeisterte Steirer in Tracht und Lederhosen in der gesamten Innenstadt mit vielen verschiedenen Musikgruppen befanden.
Dennoch waren wir alle froh und müde, als es wieder heimwärts ging. Bei einem guten Abendessen wurden wir dann noch von einem „Steirischen Bua“ überrascht, der uns mit seiner steirischen Harmonika aufspielte und sehr amüsant unterhielt.
Am Sonntag ging es wieder heimwärts. Auch dabei gab es ein weiteres Highlight für uns. Wir durften – die Krippen am Birglhof - das Krippenmuseum von Dr. Mayer im Passailtal besichtigen. Ausgestellt waren über 400 Exponate – vor allem aus Ländern des ehemaligen K & K -Reiches, in einem alten umgebauten Stall, der sich heute als wunderschönes Museum präsentiert. Dann ging es schnurstracks nach Hause, unterbrochen nur noch von einem guten Mittagessen im Brauereigasthof Bürgerbräu in Bad Reichenhall. Es war wieder einmal eine schöne Reise mit vielen Eindrücken und Erlebnissen unter Freunden.
Wir freuen uns auf nächstes Jahr – zur österr. Krippenwahlfahrt 2027 ins Südtirol!